Reifenwechsel beim Auto – Was muss ich beachten?

Von „O bis O“, also von Ostern bis Oktober – diese Faustregel für den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen und umgekehrt ist so gut wie jedem Autofahrer bekannt. Entsprechend überlastet sind die Autowerkstätten und Reifenhändler zu diesen Zeiten. Wer sich die Wartezeit sparen und darüber hinaus die Wechselkosten zwischen 10 und 50 Euro sparen möchte, kann die Pneus in der heimischen Garage selbst tauschen. Empfehlenswert ist das allerdings nur für Autobesitzer, die bereits Erfahrung im Reifenwechsel haben oder von einer erfahrenen Person unterstützt werden. Bevor jedoch Drehmomentschlüssel und Radkreuz zum Einsatz kommen, sollten Autofahrer die aufzuziehenden Reifen prüfen und einige Tipps beachten.

Zuerst Mindestprofiltiefe prüfen

Die Profiltiefe des Autoreifens ist ein entscheidendes Sicherheitskriterium. Das Profil verdrängt je nach Reifentyp Matsch, Wasser und Schnee und sorgt in jeder Situation für eine gute Bodenhaftung. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Allerdings sollten Sommer- wie Winterreifen der Sicherheit zuliebe schon ab 3 Millimeter Restprofil ersetzt werden. Deshalb sollten Autofahrer vor dem Wechseln der Pneus die Profiltiefe der aufzuziehenden Reifen prüfen. Am einfachsten geht das mit einer 1-Euro-Münze, die aufrecht in das Profil gesteckt wird. Der goldfarbene Rand der Münze misst exakt 3 Millimeter. Schaut der Rand beim Messen hervor, sollten Autofahrer diese Reifen gar nicht erst aufziehen und stattdessen Geld in neue Pneus investieren.

RDKS – ein Problem beim Reifenwechsel?

Bei Fahrzeugen mit Erstzulassung ab 1. November 2014 ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) gesetzlich vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um Sensoren, die in den Felgen verbaut sind, die den Reifendruck messen und den Wert in das Fahrzeuginnere übertragen. Viele Experten raten in diesem Fall davon ab, die Reifen selbst zu wechseln, denn für das RDKS wird Spezialwerkzeug benötigt. Zudem ist bei neuen Sensoren eine Programmierung nötig, die nur ein Fachmann vornehmen kann. Bei nicht fachgerechtem Einbau liefern die Sensoren möglicherweise falsche Werte, wodurch die Unfallgefahr steigt. Bei Fahrzeugen, die vor dem genannten Stichtag zugelassen wurden, stellt das RDKS hingegen kein Hindernis für einen Reifenwechsel dar.

Alter der Reifen beim Wechsel beachten

Äußerlich sieht man Reifen ihr Alter häufig gar nicht an, dabei haben viele Pneus schon viele Jahre auf dem Buckel. Mit dem Alter verlieren die Reifen jedoch ihren Grip und das Unfallrisiko steigt an. Deshalb ist vor dem Reifenwechsel eine Prüfung des Reifenalters empfehlenswert. Das Jahr, indem die Reifen hergestellt wurden, lässt sich leicht anhand der DOT-Nummer herausfinden. Sie findet sich auf der Flanke der Reifen als Teil der Reifen-Identifikationsnummer (TIN). Die letzten vier Ziffern (zum Beispiel: 1915) geben die Kalenderwoche und das Jahr, indem sie produziert wurden, an. In diesem Beispiel war es die 19. Woche im Jahr 2015. Spätestens nach sieben Jahren, besser schon früher, sollten sie gegen neue Gummis ersetzt werden.

Wenn alles passt, steht dem Reifenwechsel in der eigenen Garage nichts mehr im Wege. Für den Tausch sind jedoch einige Werkzeuge unverzichtbar:

– Drehmomentschlüssel: Er wird benötigt, um die Radmuttern der neuen Räder optimal festzuziehen.
– Radschlüssel / Radkreuz: Der kreuzförmige Schraubenschlüssel kommt zum Einsatz, um die Radmuttern der alten Reifen zu lösen.
– Wagenheber: Er trägt das Fahrzeug während des Reifenwechsels. Wichtig: In der Bedienungsanleitung des Autos nachsehen, wo am Fahrzeug er angesetzt werden kann.

Liegen alle Werkzeuge bereit, kann der Reifenwechsel durchgeführt werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Reifenwechsel:

1. Handbremse des Autos anziehen und den ersten Gang einlegen. Bei Automatikfahrzeugen den Hebel in die P-Stellung bringen.
2. Eventuell vorhandene Radkappen oder Radmutterabdeckungen entfernen.
3. Radmuttern mit dem Radkreuz eine halbe Umdrehung lösen.
4. Fahrzeug mit dem Wagenheber bis zur optimalen Montagehöhe anheben.
5. Radmuttern vollständig lösen und zur Seite legen.
6. Rad abnehmen und zur Sicherheit während des Wechsels unter das Auto legen.
7. Neues Rad aufsetzen und Radmuttern handfest anschrauben.
8. Rad unter dem Fahrzeug wegnehmen und das Auto herablassen.
9. Radmuttern mit dem richtigen Anzugs-Drehmoment festziehen.
10. Abgenommene Räder mit Kreide beschriften (zum Beispiel: vorne links) und einlagern.

Stellen Autofahrer nach dem Reifenwechsel ein Flattern im Lenkrad fest, ist es möglicherweise nötig, die Räder auswuchten zu lassen. Ansonsten sollten die Räder nach einer Strecke von 50 bis 100 Kilometern noch einmal mit dem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden. So steht einer sicheren Reifensaison nichts im Wege.

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